Die Hallertau und der Hopfen

Die Hallertau (auch Holledau) ist das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt. Der Hopfenanbau hat hier eine lange Tradition, erste Erwähnungen eines Hopfengartens datieren um das Jahr 860.

Der echte Hopfen (Humulus lupulus) gehört zur Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae) und ist zweihäusig, d.h. es gibt weibliche und männliche Pflanzen. Der männliche, wilde Hopfen ist unerwünscht, da er die Qualität beeinträchtigt. Kultiviert werden nur die weiblichen Pflanzen, an denen die grünen Hopfendolden (Hopfenzapfen, Strobuli lupuli) entstehen. In den Dolden befindet sich ein goldgelbes Pulver, das Lupulin. Lupulin enthält Bitterstoffe, ätherische Öle und Polyphenole. Dank dieser Inhaltsstoffe wird der Hopfen als Bierwürze und als Heilpflanze eingesetzt.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Hopfenanbau stark gefördert und ausgebaut. Die meist mittelschweren Böden der Hallertau eignen sich gut für die Hopfenpflanze mit ihrem ausgedehnten, tiefgreifendem Wurzelsystem. Kultiviert wird er an 7 Meter hohen Gerüstanlagen aus Holzmasten, die durch ein Drahtnetz miteinander verspannt sind. An diesem Netz werden die Aufleitdrähte angebracht, an denen die Reben nach oben wachsen können. Bei der Hopfenernte Ende August, Anfang September werden die Hopfendolden geerntet.

Hopfenanbau und -ernte waren bis in die 1960iger Jahre sehr arbeitsintensiv. Zum Hopfazupfa kamen die Arbeiter von nah und fern in die Hallertau zu ihrem Hopfenbauern. Gezupft wurde von Hand, für einen Metzen (60 Liter) gab es eine Blechmarke, die erst am Abrechnungstag in Mark und Pfennig umgetauscht wurde. Ein guter Zupfer brachte es bei 12 Stunden Arbeit auf neun bis zehn Metzen am Tag. Übernachtet haben die Hopfabrocka meist im Gemeinschaftslager auf dem Dachboden, gegessen wurde tagsüber auf dem Feld. Zum Abschluß des Hopfenzupfens feierte man das Hopfenmahl. Der Bauer und seine Familie saßen mit den Zupfern in der Scheune zusammen und die Bäuerin tischte ein Festessen auf. Natürlich wurde dann auch noch musiziert, Lieder und Gstanzl gesungen und getanzt.
„Da Hopfa wui jedn Dog sein Herrn seng!”, ist eine Bauernweisheit, die zeigt, wie gründlich sich der Bauer um seine Hopfengärten kümmern muss.

Internetseite Hopfenland Hallertau
Internetseite Verband deutscher Hopfenpflanzer e.V.

Internetseite Deutsches Hopfenmuseum

Internetseite Arzneipflanze Hopfen

dreiteiliger Film aus dem Jahr 1961 „Hopfen und Malz, Gott erhalt's". Bayerische Bierkultur - vom Brauen bis zum Feiern auf der Wiesn - auch mit Aufnahmen aus der Hallertau. Teil 1 - Teil 2 - Teil 3

Film aus dem Jahr 2012 „Hopfen aus der Hallertau ... für die besten Biere der Welt" -  Hopfenpflanzerverband Hallertau e.V.